Brasilianische Forscher berichten, sie hätten erfolgreich einen Impfstoff gegen Bilharziose getestet. Bei der Bilharziose handelt es sich um eine durch parasitäre Würmer verursachte Krankheit, an der weltweit über 200 Millionen Menschen leiden.
„Dies ist ein beispielloser Durchbruch in der Medizin, der 30 Jahre wissenschaftlicher Arbeit erfordert“, sagte Dr. Tania Araujo-Jorge vom Oswaldo Cruz-Institut in Rio de Janeiro am Dienstag. Das Institut erhält öffentliche und private Mittel.
„Wir sind zuversichtlich, dass Brasilien innerhalb von drei Jahren den ersten Impfstoff gegen Parasiten verteilen und damit zur Bekämpfung der Bilharziose beitragen kann, einer Krankheit, die die Ärmsten trifft, weil sie durch unhygienische Bedingungen verbreitet wird.“ Der Impfstoff gegen den Parasiten, der auch Rinder befällt, wurde aus der Rekonstruktion eines Proteins entwickelt, das in einer Wurmart vorkommt.
Das Institut teilte mit, dass der Impfstoff erfolgreich an Menschen getestet worden sei, dass jedoch weitere Tests in Gebieten erforderlich seien, in denen der Parasit am häufigsten vorkommt, vor allem in Afrika und Südamerika.
Der Süßwasserparasit kann durch die Haut von Menschen dringen. Besonders gefährdet sind Kinder, da sie in verunreinigtem Wasser schwimmen und baden.
In Brasilien gibt es etwa 2.5 Millionen Fälle von Bilharziose. Die Krankheit verursacht zunächst einen juckenden Ausschlag, in den darauffolgenden Wochen folgen Fieber, Schüttelfrost, Husten und Muskelschmerzen. Nach einigen Jahren kann die Krankheit innere Organe schädigen.
„Die Sterblichkeitsrate ist zwar niedrig, doch Bilharziose führt zu Arbeitsunfähigkeit. Damit ist sie eine Krankheit, die durch Armut verursacht wird und die Armut verewigt“, so Araujo-Jorge.



