Anatolien Nachrichtenagentur
Ausländische Ärzte müssen künftig einen Türkisch-Sprachtest bestehen, um eine Arbeitserlaubnis für private Gesundheitseinrichtungen im Land zu erhalten. Dies geht aus neuen Bestimmungen hervor, die gestern im türkischen Amtsblatt veröffentlicht wurden.
Die neuen Bestimmungen verlangen von ausländischen Ärzten außerdem, dass sie eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis sowie eine Berufshaftpflichtversicherung vorlegen und bei den entsprechenden staatlichen Stellen eine Gleichwertigkeitsbescheinigung einholen, um nachzuweisen, dass ihre Diplome und sonstigen Fachnachweise den türkischen Universitätsstandards entsprechen.
Ausländische Ärzte müssen in Türkisch-Sprachtests, die von den türkischen Lehr-, Anwendungs- und Forschungszentren (TÖMER) der Universitäten abgenommen werden, gemäß den im Europäischen Sprachenportfolio festgelegten Kriterien mindestens die Note „B“ erreichen.
Die neuen Regelungen gelten Berichten zufolge für alle ausländischen Gesundheitsfachkräfte mit Ausnahme von Zahnärzten, Apothekern, Hebammen und Krankenpflegern.
Ausländische Ärzte und die privaten Gesundheitseinrichtungen, die sie beschäftigen, müssen den zuständigen Ämtern zudem ihre Dienstverträge vorlegen, aus denen die den Arbeitnehmern zu zahlenden Monatslöhne hervorgehen.
Darüber hinaus ist ein Dokument des Gesundheitsministeriums oder der Botschaft des Herkunftslandes des Arztes erforderlich, aus dem hervorgeht, dass dem betreffenden Arzt keine gesetzlichen Beschränkungen für die Ausübung seines Berufs entgegenstehen.
Ein am 2. Oktober 2011 erlassener Gesetzeserlass erlaubte trotz weitverbreiteter Opposition die Anstellung ausländischer Ärzte und Pflegekräfte in der Türkei. Nichttürkischen Ärzten war es bis dahin nicht gestattet, in türkischen Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen zu arbeiten.
Kritiker, darunter Oppositionsabgeordnete und Ärzteverbände, äußerten ihre Befürchtung, dass das Dekret den Weg für „billige Arbeitskräfte“ im Gesundheitssektor ebnen und das türkische Gesundheitssystem kommerzialisieren und gleichzeitig seine Gesamtqualität verringern würde.
Gesundheitsminister Recep Akdağ sagte jedoch, die Initiative werde dazu beitragen, den Ärzte- und Krankenpflegemangel im Land zu lindern. Etwa 3,000 ausländische Mediziner, die an türkischen Universitäten ihren Abschluss gemacht haben, würden bei der Arbeitssuche in der Türkei bevorzugt behandelt, sagte er.



