Türkei blockiert Flug des israelischen Präsidenten Herzog zum COP29-Gipfel
Die Entscheidung der Türkei, dem Flugzeug des israelischen Präsidenten Isaac Herzog den Zugang zu ihrem Luftraum zu verweigern, hat erneut Spannungen zwischen den beiden Ländern ausgelöst, bestätigten offizielle Stellen. Der Vorfall ereignete sich im Vorfeld der Klimakonferenz COP29 der Vereinten Nationen, die am 12. und 13. November in Baku, Aserbaidschan, stattfindet.

Die abgelehnte Anfrage
Die israelischen Behörden hatten um Erlaubnis gebeten, dass Herzogs Flugzeug auf dem Weg nach Baku den türkischen Luftraum durchqueren darf. Offizielle türkische Quellen bestätigten die Ablehnung dieses Ersuchens mit der Begründung, dass „keine Erlaubnis zum Überflug erteilt wurde“. Der Bericht wurde zuerst von aserbaidschanischen Medien veröffentlicht und später von türkischen Behörden bestätigt.
Herzog, der die israelische Delegation auf dem Gipfel anführen sollte, sagte seinen Besuch schließlich aus „Sicherheitsgründen“ ab. Trotzdem nahmen andere Mitglieder der israelischen Delegation, darunter die Minister für Umweltschutz, Energie und Verkehr, an der Veranstaltung teil. Es ist noch unklar, welche alternative Flugroute sie nutzten, allerdings laufen die Flüge zwischen Tel Aviv und Baku weiterhin ohne Unterbrechung.

Eine sich verschlechternde Beziehung
Die Sperrung des Luftraums spiegelt die jüngste Verschlechterung der türkisch-israelischen Beziehungen wider, trotz früherer Normalisierungsversuche. Im März 2022 besuchte Herzog als erster israelischer Präsident seit 2007 die Türkei und markierte damit eine kurze Entspannung nach einem Jahrzehnt angespannter Beziehungen, die vor allem auf Meinungsverschiedenheiten über die Palästinafrage zurückzuführen waren. Im August desselben Jahres setzten die beiden Länder ihre Botschafter wieder ein, was eine vollständige Normalisierung der Beziehungen signalisierte.
Die Eskalation des Konflikts zwischen Hamas und Israel am 7. Oktober 2023 hat die Spannungen jedoch erneut entfacht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, ein lautstarker Unterstützer der palästinensischen Sache, hat seine Kritik an der israelischen Politik verschärft. Groß angelegte Proteste in der Türkei gegen das Vorgehen Israels belasteten die diplomatischen Beziehungen weiter und veranlassten Israel, sein Verhältnis zu Ankara zu überdenken. Ende Oktober kündigte Israel an, seinen Botschafter aus Sicherheitsbedenken nicht in die Türkei zurückzusenden.

Die Türkei wiederum berief im November 2023 ihren Botschafter aus Israel zurück. Bemerkenswerterweise stuft die Türkei die Hamas nicht als terroristische Organisation ein und erlaubt ihren politischen Führern, sich frei im Land zu bewegen. Diese Haltung bleibt ein Streitpunkt zwischen den beiden Nationen, insbesondere angesichts des Treffens des türkischen Außenministers Hakan Fidan mit hochrangigen Hamas-Persönlichkeiten Ende Oktober, kurz nachdem israelische Streitkräfte den Hamas-Führer Yahya Sinwar in Gaza getötet hatten.
Auswirkungen auf die regionale Dynamik
Die Ablehnung des israelischen Luftraumantrags durch die Türkei unterstreicht den fragilen Zustand ihrer diplomatischen Beziehungen zu Israel. Der Vorfall unterstreicht auch Ankaras unerschütterliche Unterstützung für die palästinensische Sache, während Erdoğan sich weiterhin als wichtiger Fürsprecher der Palästinenser in der Region positioniert.
Während der Flugverkehr zwischen Israel und Aserbaidschan nicht beeinträchtigt wird, hat die symbolische Absage von Herzogs Überflug Spekulationen über die langfristigen Auswirkungen auf die türkisch-israelischen Beziehungen angeheizt. Je weiter sich die Situation entwickelt, desto wahrscheinlicher wird das Ergebnis die regionale Geopolitik beeinflussen, insbesondere die Rolle der Türkei als Vermittler in Nahost-Angelegenheiten.
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