Erdogan sagte, der Transport von Ausrüstung der Rüstungsindustrie in Passagierflugzeugen sei gemäß den Vorschriften der Zivilluftfahrt verboten.
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte, das auf dem Weg von Moskau nach Damaskus abgefangene syrische Flugzeug habe Munition für Syrien transportiert.
Die Munition sei von einem russischen Konzern ähnlich der türkischen Mechanischen und Chemischen Industrie (MKE) an das syrische Verteidigungsministerium geschickt worden, sagte Erdogan auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew in Ankara.
Erdogan sagte, der Transport von Ausrüstung der Rüstungsindustrie in Passagierflugzeugen sei gemäß den Vorschriften der Zivilluftfahrt verboten.
„Die zuständigen Einheiten untersuchen die Ausrüstung“, sagte er.
Erdogan weigerte sich, die Quelle der von der Türkei erhaltenen Geheimdienstinformationen über die Anwesenheit nicht-ziviler Fracht an Bord des Flugzeugs preiszugeben.
Er wies auch Behauptungen zurück, der russische Präsident Wladimir Putin habe seinen geplanten Besuch in der Türkei aufgrund des Vorfalls verschoben. Erdogan sagte, er und Putin hätten vor vier Tagen ein Telefongespräch geführt und der Termin des Besuchs sei schließlich von Beamten des türkischen Außenministeriums und ihren russischen Kollegen festgelegt worden.
Das syrische Flugzeug musste auf dem Weg von Moskau nach Damaskus mit 37 Passagieren an Bord zur Landung gezwungen werden. Nach Angaben eines Sprechers des russischen Außenministeriums waren 17 von ihnen russische Staatsangehörige.
Die türkischen Behörden beschlagnahmten einen Teil der Fracht an Bord des Airbus A320 der Syrian Arab Airlines zur Untersuchung.
Die Türkei hat bislang keine näheren Angaben zum Inhalt der beschlagnahmten Fracht gemacht, doch türkischen Medienberichten zufolge enthielt die beschlagnahmte Fracht Radioempfänger, Antennen und „Ausrüstung, bei der es sich vermutlich um Raketenteile handelt“.
Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sagte, die Fracht enthalte „Elemente, die gegen die Vorschriften der zivilen Luftfahrt verstoßen“.
Die Stilllegung des syrischen Flugzeugs hat die Spannungen zwischen der Türkei und ihrem südlichen Nachbarn weiter eskalieren lassen. Seit letztem Mittwoch beschießen die beiden Länder Artillerie- und Mörsergranaten, die in der türkischen Stadt Akcakale eingeschlagen waren und dabei zwei Frauen und drei Kinder getötet hatten.
Seit dem tödlichen syrischen Artillerieangriff baut die Türkei entlang der syrischen Grenze Truppen, Panzer und Flugabwehrraketen auf und verstärkt zudem die Zahl ihrer Kampfflugzeuge auf einem Stützpunkt in der nahegelegenen Provinz Diyarbakir.
(Anatolische Nachrichtenagentur)


